Sufismus ist keine Religion, es ist ein erleuchteter Zustand! Es ist keine Religion im konventionellen Sinne, sondern eine innere Haltung, ein „duftendes Parfüm“ des Herzens. Der Sufi ist ein Liebender, er ist der vom Schicksal Getragene, der vom Göttlichen Trunkene. „Sufismus ist die Essenz,– die spirituelle Seele des ewige Islam, – aber der Sufismus geht weit darüber hinaus. Ein wahrer Sufi ist kein Muslim, kein Hindu, kein Christ, kein Buddhist undurchschaubar nicht das Gegenteil davon. Ein Sufi ist nicht „dagegen“, – er ist einfach ein Liebender Gottes.“ Der Sufi ist kein Wissender im intellektuellen Sinne, sondern ein Kind des Herzens Gottes, das mit seinem eigenen Herzen verbunden ist. „Der Verstand fragt, das Herz tanzt. Der Sufi ist einer, der aufgehört hat zu fragen und begonnen hat zu tanzen.“ Hingabe ist dabei der Schlüssel zum Sufismus und zur universellen Wahrheit überhaupt. Ohne Vertrauen, ohne Loslassen, – bleibt jede spirituelle Suche an der Oberfläche und ohne Ziel und Resultat. Liebe ist der Weg und das Ziel. „Ishq“ – die göttliche Liebe, ist das zentrale Motiv des Universellen Sufismus. Für den Sufi ist diese Liebe keine romantische Emotion, sondern das Brennen nach Einheit mit dem Göttlichen. „Die Sufis sagen, dass der Mensch geschaffen wurde, um zu lieben. Nicht um zu denken, nicht um zu handeln, sondern um zu lieben.“ Das sagen alle sufistischen Mystiker, wie Rumi, Hafis und andere, die in der Ekstase Gottes ganz und gar aufgegangen sind. Der Derwisch – der Trunkene am Göttlichen. Es ist das Bild des „Majnun“, des Liebenden, der von göttlicher Sehnsucht berauscht ist. Es sind die tanzenden Derwische als Verkörperung dessen, was Hingabe bedeutet: „Warum dreht sich der Derwisch? Weil die Welt sich dreht. Weil das Herz sich dreht. Weil der Mittelpunkt überall und der Rand nirgends ist.“ Für den Derwisch ist der Tanz der Sufis ein meditativer Akt: leer, still und ekstatisch zugleich. Der wissende und bewusste Meister spielt im Universellen Sufismus als formlos Liebender eine besondere Rolle. Aber es sind nicht seine Schüler im eigentlichen Sinne sondern Freunde und Begleiter auf dem gleichen Pfad der Liebe. Ein zentrales Element im Sufismus ist die Übertragung vom Meister auf den Suchenden. Es muss betont werden, betont werden, dass der Sufi eigentlich nicht nach Informationen strebt, sondern nach höherer Transformation seines Selbst und dafür braucht es den „Duft eines lebendigen Meisters.“ Ein echter Sufi-Meister ist kein Prediger im eigentlichen Sinne, sondern ein Spiegel der wirkenden Seele, – liebevoll, leer, klar, aber auch energiegeladen, energisch und absichtslos, – um das einzig Wahre im Selbst seiner nahen Begleitern zu wecken. Der Humor und die Paradoxie stehen im Mittelpunkt des Universellen Sufismus. Paradoxe Geschichten von Mulla Nasruddin, verkörpern den tiefsten Kern der Wahrheitsliebe, die der Verstand nicht erfassen kann. Nichts scheint der Logik zu entsprechen, alles fließt hinab in die Absurdität und findet doch seinen Sinn in der Schicksalhaftigkeit. Dieser sinnverkehrte Humor begegnet den Widersprüchlichkeiten des Lebens und erlöst die Dramen unseres Schicksal von seinen Wirrnissen, indem wir zunächst total verwirrt werden. Der Sinn des Witzhaftigkeit erkennt sich im gellenden. Diese Absurdität soll einen höheren Sinn haben? Wie meint es das Leben mit uns und werden wir hingeführt? Hat unser Leben überhaupt einen Sinn und was lebt uns da Mullah Nasruddin vor, – kann der Schuft und Leuteverarscher überhaupt überleben? So erfasst sich der Sinn und Zweck des Universellen Sufismus im verborgenen Humor des gewöhnlichen Sufismus, der nichts Besonderes sein will, – nur Lachen möchte er als Ausdruck höchster Lebendigkeit und Lebensfreude. Lachen ist für den Universellen Sufismus das eigentliche Tor zur Transzendenz des Herzens. „Der Sufi lacht, weil er den Witz Gottes verstanden hat.“ Diese Leichtigkeit, diese göttliche Torheit, ist der höchste Ausdruck spiritueller Reife. Der Sufi ist ein Erwachter im Herzen des Göttlichen und wenn er sterben sollte, müsste sein Lachen extra beerdigt werden! Der Sufismus ist somit als höchste Form der Religiosität zu sehen, der die Niederrungen üblicher Religionsstifterei hinter sich gelassen hat, – frei von konservativen Dogmen, aber voll von Liebe. Der Sufi lebt in der Welt, aber gehört ihr nicht. Er lebt einfach, liebt tief und lacht leicht. „Sufismus ist nicht etwas, was du lernst, – es ist etwas, das du immer mehr erinnerst. Denn in Wahrheit bist du bereits ein Sufi. Du hast nur vergessen, wie man tanzt.“ Diese Erörterung des Universellen Sufismus will nicht wortgetreu sein, sondern orientiert sich an Geist des ewigen Sufismus, – poetisch, paradox und befreiend. Und nur darauf sollte es ankommen!
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